BLANKENESE
Wohnen wie in Italien: Blankenese
Die Herrschaften in Blankenese chauffieren ihren Labrador im Audi Q7 in den Park und die Kinder im Porsche 911 zum Hockey-Training. Wie in anderen feinen Vororten Deutschlands auch. Nur: Die Eigenheime in dem westlich gelegenen Stadtteil mit Blick auf die Elbe sind noch einmal deutlich teurer als im Rest des Landes. Dafür wohnt man aber auch recht großzügig in 100 Jahre alten Jugendstilvillen. Nur im Treppenviertel, in Blankeneses ältestem Teil, geht es ein wenig beengter zu. Dort hat man nicht allzu viel Abstand zu den Nachbarn, stattdessen jedoch malerische Gassen und verwinkelte Stufen vor den edlen Häuschen – und schon ein wenig Meeresduft in der Luft. Und wer wohnt schon in einer norddeutschen Großstadt so mediterran? Früher zum Beispiel Ulrike Röhl (später Meinhof), heute Otto Waalkes, Annett Louisan und Prof. Dr. Bernd Kabelka, Hamburgs bekanntester Sportmediziner, der unter anderem die Tennisstars am Rothenbaum betreut. Der fährt übrigens keinen Porsche mehr. „Den hat in Hamburg doch inzwischen jeder Zweite.“
ELBPHILHARMONIE
Sie ist noch nicht gebaut und gilt bereits als neues Wahrzeichen der Stadt. Auf einem alten Kakaospeicher in der HafenCity soll sich ab 2010 ein wellenförmiger Aufbau aus Glas erheben. Ersonnen haben die Elbphilharmonie die Schweizer Star-Architekten Herzog & de Meuron, die bereits die Münchner Fußballarena und das Olympiastadion in Peking entworfen haben. Neben dem Hauptsaal für 2150 Zuschauer und zwei kleinen Sälen wird die Elbphilharmonie unter anderem ein Hotel, Wohnungen und Restaurants beherbergen. All das hat seinen Preis: Mehr als 240 Millionen Euro soll die Philharmonie kosten. Zu viel Geld für die Hansestadt. Es musste eine Stiftung gegründet werden, um den Bau zu finanzieren. Die Hamburger erwiesen sich als sehr spendabel. Mehr als 67 Millionen Euro spendeten sie bislang für ihre „Elphi“. www.elbphilharmonie.de
FISCHMARKT
Fischmarkt mit Fischauktionshalle
Es gilt als unverzeihlich, in Hamburg gewesen zu sein und es nicht auf den sonntäglichen Fischmarkt geschafft zu haben. Die Öffnungszeiten – im Winter von 7 Uhr bis 10 Uhr, in der übrigen Zeit ab 5 Uhr – stellen allerdings eine Herausforderung dar. Wer nicht zu solch unchristlichen Zeiten aufstehen mag, der kann ja einfach durchmachen. Eine gute alte Hamburger Tradition übrigens, aus einer Zeit, in der viele andere Städte noch eine Sperrstunde hatten. Und wer nach Hamburg kam, der blieb glückselig die ganze Nacht auf den Beinen. Auf dem Fischmarkt gibt es übrigens nicht nur Fisch, sondern es werden auch Blumen und Obst verkauft. Legendär ist der extrovertierte Fischverkäufer „Aale Dieter“ – ein Aalbrötchen ist nebenbei der perfekte Katerkiller.
GROSSE FREIHEIT
Nein, der Name steht nicht für Sex ohne Grenzen, sondern für die Zunft- und Konfessionsfreiheit, die hier im 17. Jahrhundert gewährt wurde. Zudem ist die Straße Große Freiheit im Stadtteil St. Pauli klein und eng. Selten kommen sich Kegelbrüder und Rockfans so nahe wie hier. Für die einen gibt’s das Tabledance-Etablissement „Dollhouse“, für die anderen Clubs wie die „Große Freiheit 36“. Livemusik hat die Geschichte der Straße geprägt: 1960 hatten die Beatles im „Indra“ (gibt es inzwischen wieder) ihren ersten Hamburg-Auftritt, im „Star-Club“ sind sie berühmt geworden. 2008 wird am Eingang der Großen Freiheit ein Beatles-Platz eingeweiht. www.grossefreiheit36.de
KAFFEE
Eine Badewanne voll. So viel Kaffee trinkt der Deutsche im Jahr. Die Hamburger sitzen an
der Quelle. Ihr Hafen ist weltweit der größte Umschlagplatz für Rohkaffee. Bekannte Röstereien von J. J. Darboven bis Tchibo, aber auch kleinere wie die Speicherstadt Kaffeerösterei gibt es in der
Stadt. Wie der Kaffee die Hansestadt geprägt hat, erfährt man im Speicherstadtmuseum.
www.speicherstadtmuseum.de
KÖHLBRANDBRÜCKE
Wahrzeichen ohne Schild: Die Köhlbrandbrücke.
Auch wenn es in der Stadt kein Schild zu dieser Brücke gibt: Sie ist dennoch ein Wahrzeichen der Hansestadt. Wie das harfenähnliche Stahlbauwerk sich über den Hafen erhebt – das ist sehr eindrucksvoll. Täglich fahren rund 30 000 Kraftfahrzeuge über die Brücke. Für Fußgänger und Radfahrer ist sie gesperrt. Einmal im Jahr gibt es aber eine Ausnahme: zum Jedermann-Radrennen „Vattenfall Cyclassics“.
LANDUNGSBRÜCKEN
„An den Landungsbrücken raus: dieses Bild verdient Applaus“, röhrt die Hamburger Band Kettcar. Recht hat sie. Beim Blick von der
Hochbahn-Station Landungsbrücken über das Weit des ›Hafens geht nicht nur Touristen das Herz auf: das Museums-Segelschiff Rickmer Rickmers, die Werft Blohm + Voss, in der schon mal Dauergast ›Queen
Mary 2 repariert wird, der Pegelturm, der den Wasserstand anzeigt, und das Abfertigungsgebäude. 1909 wurde der Schiffsanleger gebaut. Früher legten hier die Dampfer der Überseelinien an, heute sind
es die Hafenfähren oder das Shuttle zum „König der Löwen“. Von den Landungsbrücken sind es nur noch 100 Kilometer bis zur Nordsee.
www.hvv.de
MICHEL
Seit der Grundsteinlegung für die neue Elbphilharmonie muss sich der Michel vor Konkurrenz fürchten. Noch aber ist er eines von
Hamburgs prägendsten Gebäuden. Ähnlich der Münchner Frauenkirche oder dem Fernsehturm in Berlin rückt der Michel in Vorabendserien immer dann ins Bild, wenn jeder merken soll: Wir sind an der Elbe.
Sein 132 Meter hoher Kirch-turm mit dem riesigen Zifferblatt prägt seit 1786 die Silhouette der Stadt und dient Seeleuten als Landmarke. Es lohnt sich aber auch, in die Tiefe zu gehen, um das große
Gruftgewölbe mit dem Grab von Carl Philipp Emanuel Bach zu besichtigen. Ab 2008 schmückt die bedeutende Barockkirche die Rückseite unserer Zwei-Euro- Münzen. Das muss die Elbphilharmonie dem Michel
erst mal nachmachen. » Englische Planke 1a (Neustadt)
www.st-michaelis.de
MUSICALS
Hamburg ist Deutschlands Hauptstadt der Musicals. Ein paar Dinge, die man über singende Katzen und tanzende Löwen wissen sollte: Im Jahr 1986 feierte das Andrew- Lloyd-Webber-Musical „Cats“ in Hamburg Premiere. Es lief fast 15 Jahre lang. +++ Zu den aktuellen Produktionen zählen „Dirty Dancing“, „Der König der Löwen“, „Heiße Ecke“, „My Fair Lady“ und „Ich war noch niemals in New York“ (mit den Songs von Udo Jürgens). +++ Die größte Bühne ist das Theater im Hafen mit 2030 Plätzen. +++ „Der König der Löwen“ ist seit der Premiere 2001 ununterbrochen ausverkauft und damit eines der erfolgreichsten Musicals der Stadt. +++ Viele der Musicalstars auf Hamburgs Bühnen haben an der Stage School Hamburg, der größten privaten Schule für Performing Arts in Deutschland, ihre Ausbildung gemacht. +++ Der durchschnittliche Musical-Besucher bleibt für 2,3 Tage in der Stadt.
ÖL
Ölförderturm in Hamburg
Kaum einer weiß es, aber in der Metropole sprudelt das schwarze Gold. Und das seit 1937. Damals wurde im Reitbrooker Altfeld ein Erdölfeld entdeckt, später wurden auch Vorkommen in Allermöhe und in Sinstorf erschlossen. Im letzten Jahr wurden 29 240 Tonnen Rohöl gefördert. Zugegeben: Deutschlands Energiebedarf lässt sich damit nicht ganz decken, das Land verbraucht mehr als 110 Millionen Tonnen Öl im Jahr. Aber wer hierzulande Auto fährt oder mit Erdöl heizt, dürfte manchmal auch den ein oder anderen Liter aus der Hamburger Produktion verbrauchen.


